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Hardware · CAD · Additive Fertigung

Iterative Entwicklung eines leistungsorientierten Drohnenprototyps

Eine flugfähige, selbst konstruierte erste Revision, deren Flugtests, Materialverhalten und Wärmemessungen die Auslegung einer neuen 7-Zoll-Revision mit bis 12S geeigneten Komponenten bestimmen.

Revision 1 flugfähig · Revision 2: Komponenten bestellt, CAD in Entwicklung

Dreiviertelansicht des selbst entwickelten flugfähigen Drohnenprototyps vor dunklem Hintergrund
Revision 1 · selbst konstruierte PA-CF-Struktur
Zeitraum
2026 · Revision 1 flugfähig, Revision 2 in Entwicklung
Konstruktionsiterationen
4–5 größere Onshape-Revisionen
Revision 2
7-Zoll-Carbonrahmen · Komponenten bis 12S
Dokumentierte Ausgaben
≈ 424 € bei 700 € Budget

Ziel und Rahmen

Ziel war eine kompakte, leistungsorientierte Drohne ohne fertigen Rahmen von der Stange. Revision 1 war auf einen 6S-Antriebsstrang mit einer Zielgeschwindigkeit von rund 170 km/h ausgelegt – hergeleitet aus der Pitch Speed dieser Motor-Propeller-Kombination und nie als Messergebnis behauptet. Mit der vollständig neuen Auslegung von Revision 2 liegt das Entwicklungsziel bei 400 km/h. Auch dieser Wert ist bislang weder erreicht noch messtechnisch nachgewiesen.

Ich habe das Projekt in rund 200 Stunden eigenständig umgesetzt: Komponentenauswahl, mechanische Konstruktion, additive Fertigung, Löten, Aufbau, Betaflight-Konfiguration, PID-Abstimmung und Flugtests.

Mechanische und elektrische Konstruktion

Tragender Rahmen, Verkleidung und die Anordnung der Komponenten entstanden in vier bis fünf größeren Onshape-Iterationen. Die Geometrie musste Steifigkeit, Aerodynamik, Kühlung, Bauraum, Reparierbarkeit, Druckbarkeit und Kosten gegeneinander abwägen.

BaugruppeWahl in Revision 1Konstruktive Begründung
MotorenT-Motor Velox V2207 V3 · 2050 KV · 6SLeistung bei kontrollierten Komponentenkosten
FlugsteuerungSpeedyBee F405 V5 · 55-A-StackZuverlässigkeit bei einer zentralen Systemkomponente priorisiert
FunkstreckeRadioMaster RP3 V2 · ELRSRobuste Verbindung mit kompaktem Empfänger
NavigationHGLRC M100 Pro GPSBenötigte Positionsbestimmung ohne Bezahlung ungenutzter Funktionen
AntriebT-Motor T5143S · 5,1 Zoll · dreiblättrigAuf den gewählten 6S-Antriebsstrang abgestimmt
Draufsicht der flugfähigen ersten Drohnenrevision mit Vier-Motoren-Anordnung und gedrucktem Mittelteil
Revision 1 · symmetrische Motoranordnung und gedrucktes Mittelteil
Onshape-CAD-Modell der ersten Drohnenrevision mit sichtbarem zentralem Komponentenfach
Revision 1 · CAD-Modell des selbst konstruierten Rahmens mit Komponentenanordnung

Flugtests und Erkenntnisse

Revision 1 absolvierte einen Schwebetest und zwei kontrollierte Flüge. Früh in der Testphase stürzte der Prototyp ab, als PID-Abstimmung und meine eigene Flugerfahrung noch nicht ausreichten. Ich habe daraufhin im Simulator geübt und eine zweite, leichter zu fliegende Trainingsdrohne aufgebaut, bevor ich weitergemacht habe – günstiger, als den Prototyp wiederholt zu reparieren.

Erkenntnisse aus Revision 1

Die praktischen Tests zeigten drei zusammenhängende Schwachstellen. Rahmenresonanzen erschwerten die PID-Abstimmung, und die PA-CF-Struktur wurde mit zunehmender Feuchtigkeitsaufnahme nachgiebiger. Infrarotmessungen zeigten außerdem einen Wärmestau um Flugcontroller und 4-in-1-ESC. Schließlich brachte der oben montierte Akku zu viel Masse in die obere Struktur.

Jede Erkenntnis führt direkt zu einer Änderung in Revision 2:

  • Vibration: Wechsel vom gedruckten PA-CF-Tragrahmen zu einem symmetrischen 7-Zoll-Carbonrahmen
  • Kühlung: gezieltere Luftführung und neue Anordnung von Flugcontroller und ESC
  • Gewichtsverteilung: Akku tiefer positioniert, leichtere Komponenten nach oben
  • Steuerung: DJI O4 FPV vor allen Leistungstests ergänzt
Detailansicht der ersten Drohnenrevision mit gedruckter Verkleidung, Armgeometrie und Antriebsanordnung
Revision 1 im Detail · gedruckte Verkleidung, Armgeometrie und Antriebsanordnung

Revision 2 · grundlegend neu ausgelegt

Für Revision 2 sind alle Komponenten bestellt, ein erster CAD-Stand liegt vor und die Konstruktion wird weiterentwickelt. Der neue Aufbau ersetzt Rahmen, Motoren, ESC, Flugcontroller und Propeller. Aus Revision 1 werden das GPS-Modul und der ELRS-Empfänger übernommen; auch die vorhandene ELRS-Fernsteuerung bleibt im Einsatz.

Die tragende Struktur bildet ein symmetrischer 7-Zoll-Carbonrahmen. Darauf wird eine selbst in CAD konstruierte, 3D-gedruckte Verkleidung aufgebaut, um die Aerodynamik zu verbessern. Damit werden die Aufgaben klar getrennt: Der Carbonrahmen liefert Steifigkeit, während die Verkleidung Form, Luftführung und Bauraum bestimmt.

Der neue Antriebsstrang kombiniert T-Hobby-2816SE-Motoren mit 800 KV und 7×13-Zoll-Zweiblattpropeller. Die Komponenten sind bis 12S ausgelegt, entsprechend 44,4 Volt Nennspannung und 50,4 Volt bei voll geladenem Akku. Ein JIJIEFPV-F722-12S/120A-FC/ESC-Stack übernimmt Flugsteuerung und Leistungsregelung; DJI O4 ergänzt die FPV-Sicht.

Das Entwicklungsziel liegt bei 400 km/h. Dieser Wert beschreibt ausschließlich die Zielsetzung der zweiten Revision: Eine erreichte Höchstgeschwindigkeit wird erst veröffentlicht, wenn der neue Aufbau kontrollierte mechanische, thermische und flugtechnische Tests sowie eine belastbare Messung bestanden hat.

  • Tragstruktur: symmetrischer 7-Zoll-Carbonrahmen
  • Aerodynamik: selbst konstruierte, 3D-gedruckte Verkleidung
  • Antrieb: T-Hobby 2816SE · 800 KV · 7×13 Zoll · zweiblättrig
  • Elektronik: JIJIEFPV F722 · bis 12S · 120 A · DJI O4 FPV
  • Übernommen: GPS-Modul, ELRS-Empfänger und ELRS-Fernsteuerung

Wirtschaftliche Betrachtung

Revision 1 war gegen ein Budget von 700 € geplant und kam auf rund 424 € dokumentierte direkte Ausgaben, einschließlich Fernsteuerung, etwa 1,4 kg Entwicklungsmaterial und 105 € DJI-O4-FPV-Hardware. Ohne diese FPV-Hardware kostete Revision 1 rund 319 €.

Die meisten Komponenten in Revision 2 zu ersetzen, ist eine bewusste technische und wirtschaftliche Entscheidung. Revision 1 diente als Lernplattform und zeigte, wie Struktur, Kühlung und Massenverteilung verändert werden müssen. Eine weitgehende Weiterverwendung der 6S-Hardware hätte zwar kurzfristig Kosten gespart, zugleich aber die neue Leistungsklasse und die konstruktiven Verbesserungen begrenzt.

EntscheidungWirtschaftliche BegründungTechnische Konsequenz
Motoren, GPS und MaterialAusgewählt für ausreichende Leistung, ohne ungenutzte Reserven zu bezahlenErfüllen die aktuellen Prototypanforderungen
Flugcontroller und ESCHöhere Ausgabe für die zentrale, zuverlässigkeitskritische Elektronik55-A-Stack statt No-Name-Alternative gewählt
Eigener gedruckter RahmenKein verfügbarer Rahmen passte zur angestrebten GeometrieSchnelle Konstruktionsänderungen, dafür 10–15 Entwicklungsdrucke
Carbonrahmen plus eigene VerkleidungSteifigkeit und frei anpassbare Aerodynamik werden getrennt gelöstTragfähige Standardstruktur mit selbst konstruierter Außenform
Neuer Antriebsstrang statt WeiterverwendungMehrkosten werden zugunsten der neuen Leistungsklasse akzeptiertBis 12S ausgelegtes System; nur GPS, ELRS-Empfänger und Fernsteuerung werden übernommen

Ergebnis

Revision 1 ist abgeschlossen: Sie belegt, dass das selbst konstruierte System fliegt, und lieferte konkrete, gemessene Konstruktionshinweise für den nächsten Aufbau. Der bisherige Wert des Projekts liegt in dieser Beweiskette – aus drei Flügen wurde eine konkrete, begründete Spezifikation für Revision 2 statt einer Neukonstruktion nach Bauchgefühl, einschließlich der Entscheidung, die Leistungsklasse zu wechseln statt zu flicken.